Bald grast Grauvieh am Rütli in der Schweiz!

 

In den Genuss eines spektakulären Reisetrips auf die Rütli-Wiese kamen am Freitag die Bündner Mutterkühe Rosmarin, Rosamilia, Carolina sowie die Kälber Gieri und Trullette. Kurz nach Tagesanbruch wurde die rhätische Grauviehherde im bündnerischen Trun von Rütli-Pächter Edi Truttmann in einen Viehtransporter
verladen. Danach ging es in vier Stunden via Chur und Luzern nach Seelisberg.
Dort folgte der Höhepunkt. Die leicht irritierten Vierbeiner wurden in eine
Holzgondel verfrachtet und mittels einer Transportseilbahn aufs rund 400
Höhenmeter tiefer gelegene Rütli hinuntergeseilt.

 

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Urner Wochenblatt

 

Das Rütli (älter: Grütli «kleine Rodung», daher auch franz. le Grütli) ist eine Bergwiese auf dem Grund der Urner Gemeinde Seelisberg (Schweiz) am westlichen Ufer des Urnersees, eines Arms des Vierwaldstättersees. Auf dieser Wiese soll der Legende nach das «ewige Bündnis» der drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden (Ob- und Nidwalden) geschlossen worden sein (Rütlischwur).
Man weiss jedoch nicht, wo, an welchem Tag genau und wie die Vertreter von Uri, Schwyz und Unterwalden den Beistandspakt von 1291 besiegelt haben. Ein Rütli – am Mythen – wird erst 1307 erwähnt. Dort hätten die Urner nachts zu den Schwyzern stossen können, um im Morgengrauen nördlich ins Territorium des Klosters Einsiedeln einzufallen.
Als «Wiege der Schweiz» hat die etwa fünf Hektare grosse Wiese den Charakter eines nationalen Denkmals, wobei auf Monumentalität verzichtet wird. Auf dem Rütli finden sich statt dessen ein Gasthaus, eine Picknickwiese, der Dreiländerbrunnen und eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Ortes. Über eine Anlegestelle lässt sich das Rütli vom Urnersee aus erreichen, dagegen ist der Zugang von Land her sehr zeitraubend und mühsam.
Ermöglicht wurde die Erhaltung des Rütlis in seiner historischen Form durch eine Sammlung der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) im Jahr 1859, die damit das Gelände kaufte und der Schweizerischen Eidgenossenschaft als unveräusserliches Nationaleigentum unter dem Vorbehalt der Verwaltung durch die SGG übergab. Der Anstoss für diese Aktion war der Versuch, an dieser Stelle ein Hotel zu bauen.
Damit wurde das Rütli, das alte Symbol für die Gründung der alten Eidgenossenschaft, lediglich zwölf Jahre nach dem Sonderbundskrieg zum Symbol des neu entstandenen liberalen Bundesstaates. In der Folge verteilte die SGG 100'000 Rütlistiche an die Schulkinder der Schweiz. Auch der bereits früh entstandenen Legende, dass die Schulkinder für das Rütli gesammelt hätten, wurde nicht entgegen getreten: Diese Legende verstärkte die Identifikation mit dem Rütli und damit mit der (modernen) Schweiz.

 

 

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